Mein liebes Bärchen

Aus dem Wunsch nach einer Puppe entwickelte sich ein Briefwechsel zwischen der damals vierzehnjährigen Ursula, dem "Bärchen", und Käthe Kruse, die 1944 erst einmal eine Absage schicken musste: "Liebes Herz" Ich kann Dir Deinen Wunsch leider nicht erfüllen, denn wir dürfen ja nur noch für das Ausland arbeiten. Wenn der Krieg aber hoffentlich bald vorbei ist, so dass Du noch nicht über das schöne Alter hinausgekommen bist, wo Du noch spielen darfst (erhalte Dir das nur recht lange), dann wird Dir vielleicht auch noch dieser Wunsch erfüllt. Grüße deine Mutter und Dank für Dein liebes Briefel. Mit herzlichem Gruß, Käthe Kruse".
Zwanzig Jahre lang wird die berühmte Puppenmacherin dem "Bärchen" liebevolle Briefe mit viel Humor schreiben und an ihrem Lebensweg teilnehmen. Die Briefe zeichnen ein Bild aus den ersten Jahren der Bundesrepublik Deutschland und lassen den Versuch einer nicht nur damals außergewöhnlichen Lebensform sichtbar werden: Während "Bärchen" studierte und als Rundfunk- und Fernsehjournalistin Fuß zu fassen suchte, zog sie sieben Kinder groß.

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